Ganzjahres-, Sommer- oder Winterreifen? Der große Reifenvergleich!

Von O(stern) bis O(ktober) lautet die Faustregel. Manche haben es schon hinter sich, manche warten bis zum letzten Moment und manche machen es überhaupt nicht. Ich rede vom Wechsel der Reifen.

Es gibt den, der klassisch denkt und immer brav von Sommer- auf Winterreifen wechselt, es gibt die, die auf Ganzjahresreifen schwören und die besondere Spezies, die das ganze Jahr über mit Winterreifen fahren. Was ist der Unterschied?  Wo liegen die Vor- und Nachteile? Was ist nun besser – Saisonales wechseln oder Ganzjahresreifen? Hier der große Reifenvergleich!

Der Unterschied

Zuerst sollten wir klären, wo genau der Unterschied zwischen Sommer-, Winter- und Allwetterreifen liegt.
Auf den ersten Blick sind sie alle gleich: schwarz und rund. Doch es gibt viel mehr Unterschiede als man denkt. Die wichtigsten Unterschiede liegen in der Gummierung und dem Profil.

Sommerreifen

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Grobe Einschnitte, seitliche Wasserauslässe – Bild: ATU

Sommerreifen haben eine spezielle Gummimischung, die auch bei hohen Temperaturen nicht zu weich wird und somit auch bei Hitze formstabil bleibt. Das heißt für den Verbraucher: geringer Abrieb, sowie gute Verbrauchswerte.
Das Profil weist grobe Einschnitte auf, sowie seitlich „Auslässe“ für Regenwasser damit kein Aquaplaning entsteht.
Eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimeter sind Pflicht, ca. 3 Millimeter sind empfohlen.

Winterreifen

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Seit 2010 Pflicht in Deutschland: Der Winterreifen – Bild: ATU

Winterreifen haben natürlich im Gegensatz dazu, eine Gummimischung die auf niedrige Temperaturen ausgelegt sind. Der Verbrauch ist etwas höher, dafür hat man dank der Lamellen im Profil auch bei Schnee den nötigen Grip, da sich diese im Schnee verzahnen. Oft haben Winterreifen die „M+S“ Kennzeichnung. Das steht für „Mud and Snow“, was übersetzt „Matsch und Schnee“ bedeutet. Doch Achtung: Diese Kennzeichnung ist nicht geschützt und billige Anbieter haben selbst bei Sommerreifen diese Kennzeichnung.
Seit 2010 ist es in Deutschland sogar Pflicht, bei winterlichen Verhältnissen, Winterreifen aufzuziehen.

Ganzjahresreifen

Allwetterreifen
Allwetterreifen mit gemischten Profil – Bild: ATU

Ganzjahres- oder auch Allwetterreifen, bieten einen Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen und eignen sich für Regionen, in denen keine extremen Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten herrschen.
Allwetterreifen bestehen aus einer ausgeglichenen Gummimischung, die sowohl kälteren als auch wärmeren Temperaturen standhält.
Bei sehr kaltem Wetter, mit Schnee und Eis, zeigen sich die Schwächen im Vergleich zu echten Winterreifen. Im Sommer haben Allwetterreifen meist einen höheren Abrieb, sowie einen höheren Verbrauch im Vergleich zu Sommerreifen.
Wie man im Bild sieht, vereint der Allwetterreifen die Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen: Lamellen für die nötige Traktion im Winter, grobe Profileinschnitte und Wasserauslässe an den Seiten.
Wenn du einen Ganzjahresreifen auch im kalten Winter fahren möchtest, solltest du unbedingt auf folgendes Zeichen achten:

Schneeflocke

Dieses Zeichen kriegen nur Reifen, die einen Winterreifen-Test hinter sich haben und auch die nötige Sicherheit bieten.

Vor- und Nachteile

Wo liegt jetzt der konkrete Vorteil bei Ganzjahresreifen? Was sind die Nachteile? Damit diese Fragen geklärt werden, habe ich mal eine kleine Übersicht erstellt:

Vorteile:

  • Kostengünstig (z.B. Keine Werkstattkosten, Sensoren)
  • Gemütlicher (Kein Wechseln oder wechseln lassen, Reifen bleiben immer drauf)
  • Guter Kompromiss bei geringen Temperaturschwankungen

Nachteile:

  • Hoher Verschleiß im Sommer
  • Verbrauchswerte sind schlechter
  • Unsicherer (Kein echter Winter- oder Sommerreifen)
  • Nicht in allen größen Verfügbar
  • Für größere Fahrzeuge und Fahrzeuge mit viel Leistung nur bedingt passend

Wie du siehst, überwiegen die Nachteile. Heißt das, dass der Ganzjahresreifen eigentlich total unnötig ist? Nein, natürlich nicht. Für wen sie geeignet sind, erkläre ich dir.

Saisonales wechseln oder Ganzjahresreifen?

Also was ist nun wirklich besser – die Reifen das ganze Jahr über drauf lassen oder brav die Sommer- bzw. Winterreifen aufzuziehen?

Allwetterreifen bieten zwar nicht die selben Verbrauchswerte wie ein Sommerreifen und sind auch nicht so sicher wie Winterreifen im Schnee, doch das sollen sie auch nicht wirklich. Ganzjahresreifen sind für Wenigfahrer, den Zweitwagen oder halt für die, die keinen Wert auf Performance legen.
Wenn du also ein Vielfahrer bist, auch mal sportlich unterwegs bist oder du Winter mit starken Schneefall erlebst, dann empfehle ich dir, die richtigen Sommer- bzw. Winterreifen zu kaufen.

Wenn du wirklich sicher unterwegs sein möchtest, dann rate ich dir von den Allwetterreifen ab. Da sie nicht wirklich Winterreifen und auch nicht wirklich Sommerreifen sind, gibt es immer Abstriche die man machen muss. Ob es der Bremsweg auf trockenem Asphalt ist oder die Sicherheit im Schnee hängt natürlich vom Reifen selbst ab. Hier ein Test dazu von auto-motor-Sport.

Fazit

Ich denke, dass Ganzjahresreifen eine wirkliche Alternative sein können. Vor allem für Mietwagenunternehmen (Ausgenommen Sportwagenvermietungen!) sind Allwetterreifen eine echte abhilfe. Wenn du auf das Auto auch mal verzichten kannst, dann kannst du auch sehr viel Geld sparen.
Für Benzinverrückte, die gerne mal aufs Gas drücken gibt es natürlich nichts besseres, als seine Sommerreifen mit den schönen Alu´s wieder aufzuziehen.

Ein Gedanke zu „Ganzjahres-, Sommer- oder Winterreifen? Der große Reifenvergleich!“

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