Wolf im Schafspelz | Fahrbericht Audi S3 (Facelift)

Winterzeit ist Quattrozeit. Deswegen habe ich mir den Audi S3 Sportback zur Brust genommen, um ihn auf Herz und Nieren zu testen.
Von Außen zeigt er seine Sportlichkeit nicht, außer an den vier Endrohren und den Logos ist der Audi S3 kaum zu erkennen. Aber schon beim Starten wird klar: Das ist kein normaler A3.

Ein Blick aufs Datenblatt zeigt, wie potent der Audi S3 wirklich ist:

Technische Daten

MotorLeistungBeschleunigung VMaxGewichtVerbrauch
2.0 Liter R4 Turbo310 PS250 km/h (Abgeregelt)
Automatik400 NM4,6 Sekunden1.540 KilogrammInnerorts : 8,3–8,2 l/100 km

Außerorts : 5,6–5,5 l/100 km

Kombiniert : 6,6–6,5 l/100 km

Schalter380 NM5,3 Sekunden1.505 KilogrammInnerorts: 9,2–9,1 l/100 km

Außerorts: 5,9–5,8 l/100 km

Kombiniert: 7,1–7,0 l/100 km

 

Die handgeschaltene Version ist, wie auch sein VAG Bruder der Golf R, gedrosselt. Das 7-Gang S tronic Automatikgetriebe peitscht den Audi S3 ganze 0,7 Sekunden schneller auf Landstraßentempo. Mein Testfahrzeug war mit genau dieser Automatik ausgestattet.

Komfort

Der Audi S3 hat ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk. Genau das ist auch Programm: Das Fahrwerk ist härter als im normalen A3, verliert aber kein bisschen die Alltagsfähigkeit. Unebene Straßen werden gut gedämpft.
Eine Steigerung wäre möglich gewesen, denn das optional bestellbare Audi magnetic ride war leider nicht verbaut. Dieses verstellt die Dämpfer in den verschiedenen Fahrmodi.

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Die Standard Sportsitze

Im S3 waren die serienmäßigen Sportsitze, die zwar etwas Seitenhalt bieten, aber für meinen Geschmack einfach nicht sportlich genug sind. Ich hätte mir die S-Sportsitze gewünscht, vor allem beim sportlichen fahren.

Der Komfort auf längeren Fahrten ist in dieser Klasse der Maßstab. Verglichen mit dem BMW 1er oder der Mercedes A-Klasse würde ich am liebsten mit dem Audi S3 die Fahrt auf mich nehmen. Auf der Autobahn fühlt man sich auch bei hohen Geschwindigkeiten sehr wohl und man hat das Raumgefühl wie bei einem großen Auto aus der Mittel- oder Oberklasse.

Die Fondpassagiere haben mit 1,85 m noch genügend Bein- und Kopffreiheit, ohne dass sich Fahrer und Beifahrer ungemütlich verstellen müssen.

Komfort 4/5

Multimedia

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Der Innenraum des S3

Audi – Vorsprung durch Technik.
So lautet der Slogan von Audi und dadurch sind die Erwartungen auch dementsprechend hoch. Leider hat mich das einfache MMI Navigationssystem etwas enttäuscht, denn es war oft langsam, hat meine Spracheingaben meist nicht verstanden und wenn doch hat die Verarbeitung ziemlich lange gedauert. Die Bedienung an sich war dafür sehr einfach und selbsterklärend.

Die Standard-Lautsprecher im Audi S3 sind hochwertig und die Bässe satt. Man hat die üblichen Einstellungsmöglichkeiten wie Höhen bzw. Bass hoch- und runter zu schrauben.

Das Audi Virtual Cockpit gibt es nur mit dem aufpreispflichtigen MMI Navigationssystem Plus. Dementsprechend gab es auch in meinem Testmodell leider nur das normale Audi S3 Tacho. Naja, um ehrlich zu sein, gefällt mir das klassische, Analoge Tacho viel mehr und das Virtual Cockpit bietet auch keinen echten Mehrwert, meiner Meinung nach.

Multimedia 3/5

Fahrerlebnis

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Die Meisten werden nicht den Unterschied zu einem normalen Audi A3 sehen. Alleine das S3 Emblem im Grill sowie auf der Kofferraumklappe und die Quad-Auspuffendrohre weisen auf Leistung hin… oder auf schlechtes Tuning.
Der Start alleine lässt schon die Ersten zweifeln: Es gibt hier schon leichtes brabbeln, das Lust auf mehr macht.

Der Sound ist, wenn der Wagen mal warm ist, wirklich gut. Im Stand kommt der Begrenzer schon bei ca. 4.200 Umdrehungen. Der Audi S3 hört sich aber auch zwischen 2.800 und knapp 4.000 Umdrehungen am besten an und knattert schön. Bei Volllast und während der Fahrt kommt er richtig aus sich raus. Bevor ich aber den Sound hier beschreibe, schau dir doch einfach mal das Video an, welches ich gefilmt habe:

Insgesamt ist der Sound gut, jedoch fehlt mir persönlich etwas. Die Akrapovic Auspuffanlage, die optional bestellbar ist, schafft hier Abhilfe .

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Mehr Schein als sein

Das Fahrwerk ist wie schon beschrieben, zwar sportlich abgestimmt, mir persönlich aber einfach nicht sportlich genug. Er legt sich einfach nicht so in die Kurven wie ich es mir gewünscht und erwartet hätte. Das Standard Sportfahrwerk muss eben einen guten Mix aus Sportlichkeit und Komfort schaffen. In diesem Aspekt macht es jedoch einen guten Job.  Es gibt noch die Möglichkeit sich das aufpreispflichtige Audi magnetic ride dazu zu bestellen, und ich denke das würde eben diese Defizite ausgleichen.

Die Beschleunigung ist gut, vor allem aus dem Stand wirkt der Quattro-Antrieb Wunder. Selbst bei 200 km/h merkt man, da geht noch mehr. Endgeschwindigkeit sind 250 km/h, diese konnte ich dank der Winterreifen leider nicht ganz ausfahren. Apropos Quattro: Hier ist leider kein „echter“ Allrad am Werk, sondern eine Haldex-Kupplung, die das Heck antreibt, wenn nötig. Das heißt, in Kurven merkt man das Untersteuern und bei der Launch Control drehen erst die Vorderräder durch, dann kommt das Heck mit.

Der S3 macht zwar Spaß, aber mir und vielen anderen kamen die 310 PS nicht vor wie 310 PS. Im Stadtverkehr kommt er nicht so gut aus den puschen, erst bei hohen Geschwindigkeiten merkt man, dass sich hier die Leistung versteckt. Ansonsten fühlt er sich nicht viel schneller als ein GTI Clubsport an, trotz Quattro.

Die Beschleunigung habe ich ebenfalls aufgenommen, sieh es dir an:

Verbrauch

310 PS, Allrad und circa 1,5 Tonnen Leergewicht bringen einen hohen Verbrauch mit sich… sollte man denken! Hier hat mich der Audi S3 wirklich positiv überrascht, denn in der Stadt verbraucht er 9 Liter und Außerorts braucht er lediglich 7 Liter pro 100 Kilometer. Natürlich ist vorausgesetzt, dass man normal fährt und nicht wie auf der Piste.

Fahrerlebnis 4/5

Fazit

Der Audi S3 ist ein starkes Auto, welches wirklich Spaß macht. Er hat dennoch viele Mäkel, wie den Sound oder die Leistung, die einfach nicht ganz überzeugen können. Zu dem kommt ein recht hoher Basispreis von ca. 42.000€ auf den noch viele aufpreispflichtige Extras dazu kommen. Der Fakt, dass er optisch keinen großen Schritt in Richtung Sportlichkeit geht, macht ihn zum echten Wolf im Schafspelz.
Wer einen spaßigen täglichen Begleiter haben möchte, der ist mit dem Audi S3 ganz gut bedient. Ich persönlich würde ihn nicht kaufen, denn für dieses Geld gibt es definitiv andere interessante Fahrzeuge.

Zum Audi S3 habe ich noch meinen ersten CarPorn abgedreht, schau doch mal vorbei:

Hier noch ein paar schöne Schnappschüsse vom Audi S3:

 

Danke fürs Lesen! Ich würde mich freuen wenn du einen Kommentar und eine Bewertung da lässt!

Ein Gedanke zu „Wolf im Schafspelz | Fahrbericht Audi S3 (Facelift)“

  1. Dieser Beitrag ist richtig gut geworden!!
    Die Videos gefallen mir sehr und gebe dem Beitrag etwas lebendiges?
    Der carporn zum Schluss ist einfach nur GEIL?

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